Denis Omic - von der NMS hinaus in die weite Fußballwelt

Omic 3„Wenn man in seinem Leben etwas erreichen will und ein Ziel vor Augen hat, dann muss man sehr, sehr viel einstecken und trotzdem lernen, sich da durchzukämpfen. Denn nur so kann und wird man etwas schaffen!“, so lautet die Quintessenz unseres SHS-Absolventen Denis Omic, der es geschafft hat, nach der Rieder Sportmittelschule einen Profifußballvertrag bei AS Rom zu erhalten. Bei seinem letzten Besuch hat er uns einen kleinen Einblick in sein Leben gegeben.

Omic 1 wAm 25. August begann für mich, Denis Omic, als ehemaligem Schüler der SHS Ried ein neuer Lebensabschnitt. Ein weiterer, wichtiger Schritt in meiner Karriere wurde mit der Unterschrift eines Profivertrages beim italienischen Spitzenklub AS Rom gesetzt. Von da an änderte sich einiges in meinem Leben:

Bis zu diesem Wechsel aber war es ein sehr harter und schwieriger Weg, dennoch bin ich jetzt glücklich, dass ich ihn gegangen bin.

So sehr ich auch talentiert und ehrgeizig bin und das Können dazu habe, spielt auch der Faktor Glück eine wichtige Rolle. Ich muss das so sagen, denn bei jedem, dem so ein Transfer gelingt, steckt ein bisschen Glück dahinter. Ich hatte das Glück, dass ich von einem Manager, einem Mann namens Andrea Boscolo, dem ich wirklich sehr dankbar bin, entdeckt wurde und er mich, ohne dass ich es wusste, über zwei Jahre lang beobachtete.

Als er sich entschieden hatte, mit mir Kontakt aufzunehmen, wurde ich über „Instagram" von ihm angeschrieben. Er wollte mich nach Italien bringen, da es für mich als defensiven Spieler die beste Schule der Welt hier ist. Man sieht das auch daran, dass die Italiener immer für die beste Defensive weltweit bekannt sind. Ich habe somit hier die Möglichkeit, mich zum besten Verteidiger zu entwickeln.

Es wurde dann Anfang August ein Probetraining organisiert, bei dem ich alle, besonders den Trainer der zweiten Mannschaft, den Papa vom Weltmeister Daniele De Rossi, Alberto de Rossi überzeugen konnte!

Jetzt lebe ich im Internat mitten drinnen im Sportzentrum mit anderen talentierten Spielern aus der ganzen Welt. Mein Zimmer teile ich mit einem Spanier und einem Senegalesen, beide sind mein Baujahr (1999) und nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten kommen wir jetzt ganz gut miteinander aus. Am Anfang war die Sprache das größte Problem, da hier keiner eine andere Sprache außer Italienisch spricht. Um diese so schnell wie möglich zu lernen und zu beherrschen, besuche ich auch heute noch eine Schule, da ich die Sprache dort wirklich gut, schnell und richtig lernen kann. Vier Stunden, vier Mal die Woche bin ich in der Privatschule des Vereins. Wenn wir dann vom Bus alle gemeinsam abgeholt und nach Hause gebracht werden, wird zu Mittag gegessen, eine Stunde ausgeruht und dann geht es für mich schon um 15.00 Uhr mit dem Training los.

Ich bin im Kader der zweiten Mannschaft vom AS Rom und da der jüngste Spieler des Teams. Viele sind ein bis zwei und die meisten sogar drei Jahre älter als ich. Trainiert wird jeden Tag, oft verbringen wir zweieinhalb Stunden auf dem Platz. Danach oder davor findet man mich auch in der Kraftkammer. Um 20.00 wird zu Abend gegessen und danach telefoniere ich mit meiner Familie und schreibe mit Freunden, da der Kontakt zu ihnen natürlich der wichtigste ist und ich weiß, dass ich ohne meine Familie und Freunde, aber auch ohne alle meine Lehrer nie so weit gekommen wäre, da ich wirklich von allen unterstützt worden bin und auch jetzt noch immer unterstützt werde. Dafür bin ich sehr dankbar! Besonders in der SHS, in der ich zwei tolle Jahre verbracht habe, war die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler sehr gut!

Omic 2 wDer Kontakt aber zu meinen Eltern und meinem Bruder Ervin ist mir das Wichtigste und der Schritt von Zuhause weg in ein neues Land, in eine neue Kultur und eine andere Sprache war dann noch schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber wenn man etwas in seinem Leben erreichen will und ein Ziel vor Augen hat, dann muss man sehr, sehr viel einstecken und trotzdem lernen, sich da durchzukämpfen. Denn nur so kann und wird man etwas schaffen!

Heute gehört es auch zu meinem Alltag dazu, mit Personen zu reden und sie tagtäglich zu sehen, die man vorher nur im Fernsehen bewundern konnte. Franceso Totti, Daniele De Rossi, Miralem Pjanic und Edin Dzeko sind einige dieser großartigen Spieler und Personen, mit denen man auch sehr viel Spaß haben kann und die sich sehr bodenständig gegenüber mir/uns zeigen, die großen Erfolg genießen, aber trotzdem nie vergessen, wo sie herkommen! 

Liebe Grüße Denis Omic

 

Ried im Innkreis | 23.01.2016 | MEFR- Fotos: OMDE & SPEL