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VaKE steht für Values- and Knowledge-Education, also eine Verknüpfung von Werteerziehung und Wissenserwerb.

Welche Ziele haben wir für VaKE-Klassen, was ist uns wichtig?

  • Eigenverantwortliches Arbeiten erlernen
  • Teamfähigkeit entwickeln und Präsentieren üben
  • Eigene Stärken entdecken und fördern
  • Kritisches Denken anbahnen
  • Courage zeigen, also eine Meinung haben und sie mutig vertreten
  • Konstruktives Feedback geben
  • Wertschätzendes Verhalten einander entgegenbringen

Herzstück der VaKE-Klassen sind die Dilemma-Diskussionen.

Am Anfang der Dilemma-Diskussion steht immer eine Geschichte, die interessant ist und mit deren Handlung und Hauptpersonen sich die Kinder identifizieren können. 

Die Geschichte enthält ein Dilemma, einen Zwiespalt und am Ende muss die Hauptperson eine Entscheidung treffen, für die es sowohl ein Pro als auch ein Contra gibt. Es ist auch immer eine Entscheidung zwischen zwei Werten, z. B. zwischen Freundschaft und Ehrlichkeit, zwischen Solidarität und Karriere oder zwischen Tierschutz und Gesundheit. 

Ein Beispiel: 

In der Geschichte „Die Casting-Show“ zum Thema „Stars und Idole“ geht es um zwei Freunde, Jürgen und Lukas, die sich als Duo bei einer Casting-Show anmelden. Beim Casting heißt es dann aber: „Jürgen, du bist super, dich können wir brauchen, aber ohne deinen Freund, der taugt nicht viel.“ Was soll Jürgen tun?

In einer Diskussion werden dann die Meinungen ausgetauscht und rege diskutiert. Jedes Argument zählt, es gibt keine falsche Entscheidung.

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Was lernen die Schülerinnen und Schüler aus Dilemma-Diskussionen?  

  • Eine eigene Meinung haben, sie begründen, argumentieren und dabei sachlich bleiben. 
  • Eine andere Meinungen kennen- und akzeptieren lernen.

Durch die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Meinungen und den damit verbundenen Wertvorstellungen entwickeln sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb des Wertesystems weiter.

Zum Beispiel befinden sich Kinder im VS-Alter, aber auch manche 10- bis 14-Jährige in der Werte-Skala von Lawrence Kohlberg (1927 – 1987) auf Stufe 2, „Auge um Auge, Zahn um Zahn“:

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Zum Beispiel:

Wenn du mir etwas leihst, leih ich dir auch etwas, 

wenn du mir hilfst, helfe ich dir auch,

wenn du mich schlägst, darf ich dich auch schlagen. 

 

Sich innerhalb dieses Systems von einer Stufe zur nächsten weiterzuentwickeln, ist unser Ziel.  

Zitat von Mahatma Gandhi: „Auge um Auge und die Welt erblindet.“

VaKE-Projekte finden mindestens einmal im Jahr statt.

  • Sie beginnen mit einer Dilemma-Diskussion. 
  • Die Dilemma-Geschichte handelt vom Projektthema, z. B. Regenwald, Arten- und Tierschutz, Mobbing, Stars und Idole, Drogen, Klimaschutz, … 
  • Fragen, die während der Diskussion rund um das Thema auftauchen, werden gesammelt, aber von den Lehrpersonen nicht beantwortet. 
  • Nächster Schritt ist also das Recherchieren im Internet, in Sachbüchern oder Zeitschriften. 
  • Anschließend wird mit dem erworbenen Hintergrundwissen ein zweites Mal diskutiert. 
  • Am Ende eines Projektes soll ein Engagement stehen, das heißt, mit dem erworbenen Wissen wird etwas Produktives gemacht. 
  • Das kann die Gestaltung eines Plakates oder einer Zeitung sein, eine Ausstellung, ein Artikel für die Homepage, eine Aktion oder ein Präsentationsabend.

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Der Präsentationsabend steht oft am Ende eines Projektes:Bild 9

Sich auf der Bühne vor den Eltern zu präsentieren, stellt etwas ganz Besonderes für die Schülerinnen und Schüler dar. In vielfältiger Art können die Projektergebnisse vorgestellt werden: Podiumsdiskussionen, Power-Point-Präsentationen, Interviews, Plakate, von den Kindern erstellte Websites, ... 

Tänze, musikalische Beiträge, Theaterstücke, bildnerische Arbeiten und natürlich ein Buffet runden die Beiträge ab. 

Es fasziniert uns jedes Mal, mit welchem Engagement die Kinder Ideen entwickeln, sie umsetzen und mit welchem Selbstverständnis sie am Ende der 4. Klasse auf der Bühne sprechen und moderieren.

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Unterschiedliche Lernniveaus erfordern auch unterschiedliche Unterrichtsmethoden:Bild 13

Mit Wochenplänen können Schülerinnen und Schüler in ihrem individuellen Lerntempo arbeiten. 

Lehrpersonen helfen, unterstützen oder bilden kleine Lerngruppen, in denen der Lernstoff noch einmal gezielt gefestigt wird. Auch Lernen mit allen Sinnen trägt zum Lernerfolg bei.

Wie fördern wir die Klassengemeinschaft und üben wertschätzendes Verhalten?

Für eine gute Klassengemeinschaft verwenden wir schon zu Beginn der 1. Klasse viel Zeit. 

  • In den Sozialstunden  sprechen wir Probleme an, machen soziale Übungen, die für die Teambildung wichtig sind, planen kleine Feiern, besprechen den „Schüler der Woche“, …
  • Gewaltfreie Kommunikation stellt ein wertvolles Unterrichtsziel dar. 
  • Treten Probleme wie Mobbing oder anderes auf, erarbeiten wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Klassenregeln, deren Einhaltung auch streng kontrolliert wird.
  • Wertschätzender Umgang innerhalb der Klasse funktioniert nur über unsere Vorbildwirkung. Wir bemühen uns immer wieder aufs Neue, dem gerecht zu werden. Wertschätzende Haltung fordern wir aber auch von unseren Schülerinnen und Schülern ein.

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Beispiel: 

Teambuilding-Übung „Spinnennetz“:  Alle Gruppenmitglieder müssen durch das Spinnennetz. Jede Öffnung darf nur einmal benützt und die „Spinnfäden“ nicht berührt werden. Eine Übung, bei der die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung machen, wie wichtig gemeinsames Beraten, Handeln und gegenseitiges Helfen sind, um ein Ziel zu erreichen.

Inklusion

VaKE-Klassen sind im Sinne der Inklusion natürlich auch für Schüler und Schülerinnen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf offen. Gerade Unterrichtsformen wie Wochenpläne, Planarbeiten und Projekte ermöglichen ein gemeinsames Arbeiten am selben Thema auf unterschiedlichen Niveaus. Ausgebildete Fachkräfte kümmern sich darum, dass sich die Schülerinnen und Schüler im Klassenverband wohl fühlen und in ihrer Entwicklung bestmöglich gefördert werden.

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